ÖKOZID – DIE WELTWEITE BESCHÄDIGUNG UND ZERSTÖRUNG UNSERER ÖKOSYSTEME
Die aktuellen Auswirkungen der menschengemachten Veränderungen auf das System Erde sind beispiellos in der Geschichte der Menschheit. In der Wissenschaft besteht breiter Konsens, dass das Ausmaß dieser Veränderungen nicht nachhaltig ist und dass weitere Eingriffe in das System Erde erhebliche Folgen für die Menschheit haben werden.
Trotz unseres Wissens um den Zustand der Erde hat die großflächige Zerstörung der Umwelt in den letzten Jahren enorm zugenommen. Angetrieben durch Investitionen in Milliardenhöhe gefährdet ein weltweites Ringen um Land und Rohstoffe die letzten intakten Ökosysteme, zerstört Gemeinschaften und verseucht die globalen Frischwasserreserven. Steigende Preise, ein erhöhter Materialbedarf und eine Flut von Investitionen haben den globalen Boom der Rohstoffindustrie ausgelöst.
Der Zusammenbruch der Finanzmärkte im Jahr 2008 hat die zerstörerischen Eingriffe in unsere Ökosysteme weiter beschleunigt. Investoren von Hedge- und Rentenfonds erhöhten ihre Investitionen in Metalle, Mineralien, Öl und Gas, so dass die Explorationsbudgets Rekordhöhen erreichen: 18,2 Milliarden Dollar 2011 allein für Metalle außer Eisen. Der Etat hat sich somit seit 1994 versechsfacht.
Nachdem die Rohstoffindustrie die leicht zugänglichen Ressourcen abgebaut hat, verlegt sie sich nun, finanziert durch Rentenfonds und Rohstoffspekulanten, auf neue Produktionsmethoden wie die Gasförderung durch Fracking. Dabei werden Millionen Liter Wasser mit zum Teil giftigen Chemikalien versetzt und in Schiefergesteinsschichten gepresst, damit diese aufbrechen und den Zugang zum Gas ermöglichen.
Die Kohleproduktion zog trotz der internationalen Einsicht, dass die Klimagasemissionen dringend gesenkt werden müssen, in den letzten zehn Jahren um 44 Prozent an. Die notwendigen Anstrengungen, von fossilen Brennstoffen abzukommen, wurden nicht unternommen. Stattdessen fließt immer mehr Geld in die Öl- und Gassuche in entfernten Regionen wie der Arktis und in extreme Abbaumethoden wie Fracking.
Der OECD Umweltausblick bis 2050, ein Bericht, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am 15. März 2012 in Berlin, London und Mexiko City vorstellte, ist zutiefst alarmierend. Ohne umfassende politische Maßnahmen drohen uns danach globale Umweltschäden, die unumkehrbar sind. Der Bericht mit dem Untertitel „Die Folgen des Nichthandelns“ enthält neueste Projektionen zu den sozio-ökonomischen Trends der kommenden vier Jahrzehnte und zu deren Auswirkungen auf Klimawandel, Artenvielfalt, Wasser sowie Gesundheit und Umwelt. Nur ambitionierte und zügig auf internationalem Level umgesetzte Maßnahmen können danach verhindern, dass Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer erheblichen ökonomischen und gesellschaftlichen Schaden nehmen.
Laut OECD – Bericht reichen angesichts dieser Projektionen die vereinzelten Besserungen der Vergangenheit nicht mehr aus. Die Umweltbelastungen verschärfen sich gegenseitig und können binnen kürzester Zeit zu Veränderungen führen, die nicht mehr steuerbar sind. Natürliche Systeme wandeln sich nicht linear. Werden bestimmte Schwellen oder Kipp-Punkte überschritten, kommt es zu unmittelbaren und nichtkorrigierbaren Schäden.
Diese Zerstörung, Beschädigung sowie der Verlust ganzer Ökosysteme verursachen zudem enorme Kosten für unsere Wirtschaftssysteme. Laut Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2008 verursachten 3000 der weltweit größten Unternehmen Umweltschäden in Höhe 2,2 Trillionen Dollar.
Konkrete Beispiele zum Ökozid und seine Auswirkungen auf Mensch und Natur finden Sie hier.