10 BEISPIELE FÜR DEN WELTWEITEN ÖKOZID

Die folgenden zehn Beispiele für ökozidale Beschädigung, Zerstörung sowie den Verlust ganzer Ökosysteme verdeutlichen das enorme Ausmaß der Zerstörung und machen die ‚ökologischen Schuldner‘ schnell sichtbar. Die folgende Darstellung versteht sich nur als eine Auswahl, den Umfang der weltweiten Umweltzerstörung illustriert sie nur ausschnittweise.

1. Der Abbau von Öl aus Teersand im kanadischen Alberta

2. Das Niger Delta

3. Tiefsee – Bergbau

4. Schlammvulkan Lusi, Indonesien

5. Bingham Canyon Kupfermine

6. Das ‘giftige Erbe’ von Chevron Texaco in Ecuador

7. Bleiproduktionsstätte Tianying, Provinz Anhui, China

8. Der Amazonas-Regenwald stirbt immer schneller

9. Der Nordpazifik Wirbel – eine Insel aus Plastikmüll

10. Ölförderung in der Arktis

1. DER ABBAU VON ÖL AUS TEERSAND IM KANDISCHEN ALBERTA

Die Bergbauextraktion von Öl aus Teersand im kanadischen Alberta steht zweifellos für eine der größten Umweltzerstörungen weltweit. Aufgrund seiner extrem zerstörerischen Auswirkungen auch als ‚dirty oil‘ – ‚schmutziges Öl‘ bekannt, hat der Abbau direkte Auswirkungen auf die lokalen und globalen Ökosysteme.

Die Eingriffe in die Natur für den Ölsand-Tagebau sind drastisch und inzwischen an vielen Standorten zu besichtigen. Flüsse werden umgeleitet, Sumpfgebiete trockengelegt, Wälder gerodet, Millionen Kubikmeter Erde bewegt. Riesige Schaufelradbagger fressen sich durch die Erde, die größten Lastwagen der Welt fahren den Rohstoff ab.

In Alberta zerstört diese Form der Ölextraktion vollständig den borealen Wald, die Moore, Flüsse sowie die natürliche Landschaft. Für jedes produzierte Barrel (ca. 159 Liter) synthetischen Öls werden mehr als 80 Kilogramm Treibhausgase in die Atmosphäre freigegeben und ungefähr 4 Barrel des Abwassers werden in Teiche entleert. Weitere Nachteile des Verfahrens sind der große Wasserverbrauch, der Energiebedarf zum Erzeugen des Dampfes, das Problem der Wasserentsorgung sowie mögliche unterirdische Umweltschäden.
Die borealen Wälder Kanadas sind wichtiger Brut- und Rückzugsraum vieler Vögel und anderer Tiere. Jedes Jahr brüteten bis zu 170 Millionen Vögel in den Waldgebieten, die vom weiteren Abbau betroffen sein könnten. Diese könnten ihren Lebensraum an die Tagebaue verlieren, und damit büßten auch künftige Vogelgenerationen ihre Lebensmöglichkeiten ein. In den nächsten 30 bis 50 Jahren könnten bis zu 155 Millionen Vögel – oft wandernde und geschützte Arten – betroffen sein.
Die Abwasser, immerhin 500 Millionen Liter pro Tag sind so stark mit Arsen, Quecksilber und anderen Giften belastet, dass sie in speziellen Staubecken zurückgehalten werden. Bereits jetzt erstrecken sich Becken mit flüssigen Rückständen aus der Produktion über 50 Quadratkilometer, berichtet die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature Canada (WWF Canada).
Zum Gewinnen des Öls werden große Mengen Erdgas verbrannt und es kommt zu einem entsprechenden Ausstoß an Kohlendioxid. Der Sand wird selbst im Winter bei Temperaturen von minus 30 bis 50 Grad Celsius eher aus dem Boden herausgebrochen als -gebaggert, die schweren Klumpen müssen zerkleinert und das für die Weiterverarbeitung benötigte Wasser erhitzt werden. Das alles verschlingt Energie. Der Ölsand-Abbau in Kanada ist damit die klimaschädlichste Art der Ölgewinnung. Im Jahr 2015 wird der Abbau mehr Treibhausgase in die Luft entlassen als alle 5,4 Millionen Einwohner Dänemarks.

Es ist zweifelhaft, ob sich in den Abbaugebieten jemals wieder das bisherige natürliche Ökosystem entwickeln wird.

 2. DAS NIGER DELTA

Fünfzig Jahre Ölförderung im Nigerdelta haben tiefe Spuren hinterlassen. Das Nigerdelta, einstiges Naturreservat in Nigeria auf einer Fläche größer als Österreich, ist heute eine Umweltruine.

 Dies ist das Ergebnis der Erdölförderung durch multinationale Unternehmen seit den 50-er Jahren ohne Rücksicht auf die lokale Bevölkerung und die Umwelt. Nach Schätzungen sind seither zwei Milliarden Liter davon ins Nigerdelta geflossen – das entspricht ungefähr einem Tankerunglück der Kategorie “Exxon Valdez” pro Jahr. Nigeria, die weltweit sechstgrößte ölproduzierende Nation, ist damit Beispiel für eine der schlimmsten Zerstörungen und Verwüstungen von Ökosystemen.

Einer der Hauptakteure im Nigerdelta ist der Ölkonzern Shell. Durch die aggressive Erdölförderung im Nigerdelta unter Missachtung der Standards für Erdölförderung und der Menschenrechte wurden nicht nur die Umwelt des Nigerdeltas, sondern damit auch der Lebensraum und die Existenzgrundlage von Millionen dort lebenden Menschen zerstört. Gesundheitsschäden und Verarmung der Bevölkerung waren und sind die Folge. Der nigerianische Staat regulierte die Ölindustrie nicht ausreichend, und die erdölfördernden Unternehmen kamen ihrer Verantwortung nicht nach, die durch die Erdölförderung verursachten Schäden zu beseitigen und präventive Maßnahmen zur Verhinderung zu ergreifen.
In dem Erdölfördergebiet im Süden Nigerias leben rund 30 Millionen Menschen. Ihre Lebenserwartung sank auf 40 bis 45 Jahre, im Rest des Landes ist sie zehn Jahre höher. Die Böden sind verseucht, krebserregende Gifte in hoher Konzentration bedrohen Einwohner. Ein Bericht des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP), der an den nigerianischen Staatspräsidenten Goodluck Jonathan im August 2011 übergeben und vorgestellt wurde fiel deutlich negativer aus als erwartet. Neben den Beeinträchtigungen des Trinkwassers und damit der Gesundheit der Menschen seien vor allem die Mangrovenwälder in Gefahr. Die UNEP-Experten glauben, der Sachschaden gehe in die Milliarden.

Für die Ölförderung im nigerianischen Ogoniland ist vor allem der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell gemeinsam mit der staatlichen nigerianischen Ölgesellschaft verantwortlich. Shell hatte die Ölförderung im Ogoniland 1993 nach Massenprotesten der einheimischen Bevölkerung eingestellt. Es werden aber weiterhin Pipelines und Raffinerien betrieben. Nach dem Bericht der UNEP Experten habe Shell nicht einmal die konzerneigenen Vorgaben für Gesundheitsschutz und Sicherheit eingehalten.

Nigerias Aufstieg zur Ölmacht begann 1956 mit der ersten erfolgreichen Bohrung von Royal Dutch Shell im Nigerdelta. Andere Konzerne folgten, darunter Chevron und Exxon Mobil, Total und Eni. Alle arbeiten mit der staatlichen nigerianischen Ölgesellschaft zusammen.

3. TIEFSEE-BERGBAU

Auf der Suche nach Rohstoffen rückt der Meeresboden immer stärker in den Blickpunkt. Bergbau auf dem Meeresboden stellt jedoch eine beachtliche Gefahr für marine Ökosysteme dar, wo immer er betrieben wird und ist ein weiteres Beispiel für die potentiellen Folgen ungeregelter Profitgier. Die Ökosysteme der Tiefsee sind oft an extrem konstante Umweltbedingungen gewöhnt und die ökologischen Folgen eines Abbaus können heute noch nicht abgesehen werden – sie könnten dramatisch sein.
Zwölf Staaten haben bereits Ansprüche auf die Untersuchung von Gebieten im Pazifischen und Indischen Ozean bei der Meeresbodenbehörde erhalten. Allein Deutschland hat zwischen Hawaii und Mexiko eine Abbaulizenz für 75.000 Quadratkilometer erworben – eine größere Fläche als Bayern.

Eines der Unternehmen, das in absehbarer Zeit ein erstes Abbauprojekt starten will, ist Nautilus Minerals. Die Gesellschaft will in der Bismarcksee, einem Randmeer des Pazifischen Ozeans, ab Ende 2013 Massivsulfide vom Meeresboden abbauen. Auf diesem Weg will man zum Beispiel Gold und Silber fördern.

Noch ist ein Abbau nicht wirtschaftlich. Das kann sich jedoch durch steigende Preise und bessere Technik sehr bald ändern.

 4. SCHLAMMVULKAN LUSI, INDONESIEN

Der Ausbruch des SchlamMvulkans Lusi ist ein weiteres Beispiel für ein Energiegewinnungsprojekt mit den schlimmsten Auswirkungen für die soziale und natürliche Umwelt.

Am 29.Mai 2006 brach in Ost-Java, Indonesien, der Schlammvulkan Lusi aus. Seitdem quellen täglich schätzungsweise 176 000 Kubikmeter Schlamm in unmittelbarer Nähe des Bohrlochs Banjar Panji 1 (BPJ-1) der Öl- und Gasfirma Lapindo Brantas aus der Erde. Der Ausbruch hat bisher 12 Dörfer überschwemmt und rund 30.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Atemwegserkrankungen, Hautprobleme, Gastritis, und Durchfall sind die häufigsten Gesundheitsprobleme in den Dörfern rund um den Schlammvulkan.
Experten sehen eine durch die Öl-und Gasfirma Lapindo Brantas unsachgemäß und stümperhafte Bohrung zur Erschließung eines reichen Gasfeldes als Auslöser des Schlammvulkans. Das Unternehmen bohrte Anfang März 2006 in der Nähe von Sidoarjo eine neue Gasquelle an. Man war davon ausgegangen, in 2591 Metern Tiefe auf eine Kalksteinschicht zu stoßen. Dies war jedoch nicht der Fall. Stattdessen kam es in 2834 Metern Tiefe zu einem “Kick” – einem unkontrollierten Einbruch von Flüssigkeit in das Bohrloch. Eine Fortsetzung der Bohrung war nicht mehr möglich.

Experten werfen Lapindo vor, auf die übliche Ummantelung des Bohrers verzichtet und durch diesen eklatanten Fehler den Kick verursacht zu haben. Zudem hätten die Verantwortlichen zu spät auf das drohende Desaster reagiert. “Sie haben den Kick erst nach einigen Stunden bemerkt”, meint Richard Davies von der britischen Universität Durham. Für den Geowissenschaftler, der bereits zwei Studien über den Schlammvulkan veröffentlicht hat, steht der Schuldige fest: “Ich bin zu 98 Prozent sicher, dass die Bohrung an Banjar Panji 1 den Schlammvulkan ausgelöst hat. Ich habe Druckdaten, die zeigen, dass der Druck eine kritische Höhe erreicht hat.”

Die Öl-und Gasfirma Lapindo Brantas schmiedet derweil Zukunftspläne. An gleich zwölf Stellen in unmittelbarer Nähe des Schlammsees sollen neue Gasvorkommen angebohrt werden.

 5. BINGHAM CANYON KUPFERMINE

Die Bingham Canyon Kupfermine ist seit 1906 in Betrieb und eine der größten Kupfertagebaue der Welt. Durch Ausbeutung einer riesigen Erzlagerstätte ist das tiefste, jemals von Menschenhand geschaffene Loch der Welt entstanden. Die Mine ist 1,2 km tief, 4 km breit und erstreckt sich auf insgesamt insgesamt 7,7 km ². Die Bergbau- und Verhüttungstätigkeit in der Bingham Canyon Mine wird Londoner Bergbau-Konsortium Rio Tinto/Kennecott (RTK) betrieben, dem drittgrößten Bergbauunternehmen der Welt.

Die Verhüttung und der Staub, welcher von den 1.100 Fuß (ca. 235 Meter) hohen Abraumhalden und von den Bergteichen aufgewirbelt wird, führen zu einer anhaltenden Kontamination von Luft, Wasser und Boden der größten Stadt Utahs – Salt Lake City – mit giftigen Schwermetallen wie Blei, Quecksilber, Arsen und Kadmium. Nach Auskunft von Earthworks, einer bergbaukritischen Organisation, gab RTK vor der erst kürzlich genehmigten Erweiterung jährlich 695 Millionen Pounds (ca. 383.000 Tonnen) toxisches Material in die Umwelt von Salt Lake City ab. Da Schwermetalle nicht abbauen, nicht verbrannt oder zerstört werden können, erhöht sich die toxische Belastung über die Jahre, was in mehr als hundert Betriebsjahren der Mine geschehen ist.

Trotz dieser extremen Belastung für die öffentliche Gesundheit, hat die für Luftqualität zuständige Behörde von Utah, wie vorauszusehen war, kürzlich RTK eine Genehmigung erteilt, ihren Tagebau um 32 Prozent zu erweitern, was die Umweltbelastung noch viel schlimmer machen wird.

6. DAS GIFTIGE ERBE VON CHEVRON TEXACO IN ECUADOR

Das „giftige Erbe“ des Erdölkonzerns Texaco (heute: Chevron-Texaco) in Ecuador zeigt deutlich, wie sich die Ölförderung auf die Bevölkerung und die Umwelt auswirkt. Texaco operierte zwischen den 1960er und 1990er Jahren in Ecuador. Für seinen gewaltigen Profit hat das Unternehmen drei Jahrzehnte lang Bäume gefällt, Böden und Wasser verseucht und damit Menschen, Tiere und Pflanzen getötet oder krank gemacht.

Dabei soll Substandard-Technologie zum Einsatz gekommen sein, und es wird davon ausgegangen, dass mehrere Millionen Liter von giftigen Abfallprodukten in die Erde und Gewässer des Regenwaldes, von denen die Menschen dort abhängig sind, abgelagert wurden. Laut der britischen NGO Oxfam wurden über 600 offene Giftmüllhalden und 339 notdürftig verschlossene Bohrlöcher festgestellt. Als Konsequenz der Ölförderung haben zwei indigene Gruppen, die Tetetes und die Sansahuari, aufgehört zu existieren. Ihre Mitglieder wurden vertrieben, strandeten in städtischen Elendsvierteln oder starben durch Alkoholmissbrauch und eingeschleppte Krankheiten. Heute existiert ihr Name nur noch als Bezeichnung für zwei Ölfelder.

Die Bewohner der umliegenden Gemeinden werden von schweren Krankheiten geplagt. Verschiedene medizinische Studien belegen, dass das Erkrankungsrisiko an Leukämie für Kinder im Umfeld der Ölfelder viermal so hoch ist wie im Landesschnitt, die Krebszahlen für Erwachsene übersteigen die aus anderen Teilen Ecuadors um 130 Prozent. Auch Erbgutschäden und Fehlgeburten sowie Missbildungen bei Neugeborenen treten gehäuft auf.

Die NGO Rainforest Action Network hat ein Dossier über “Chevrons giftiges Erbe” zusammengestellt.

 7. BLEIPRODUKTIONSSTÄTTE TIANYING, PROVINZ ANHUI, CHINA

Tianying in der Provinz Anhui ist eine der größten Bleiproduktionsstätten in China. Substandard-Technologien, illegale Operationen und das Fehlen jeglicher Bemühungen, die Umweltbelastungen gering zu halten, haben mehrere schwere Fälle von Bleivergiftung in der Region verursacht.

Die durchschnittliche Bleikonzentration in der Luft und in den Böden liegt 8,5 bzw. 10 – Mal über dem nationalen Gesundheits-Standards. Lokale Pflanzen zeigten in Proben eine bis zu 24-mal höhere Verunreinigung als der nationalen Standards.
• Potenziell betroffenen Menschen: 140.000
• Art der Schadstoffe: Blei und anderen Schwermetallen
• Quelle der Verschmutzung: Bergbau und Verarbeitung

Die Blei-Produktionsstätte wurde zu einem der ‚dirty 30‘ – ‚Schmutzigen 30‘ des Blacksmith Institute erklärt. Siehe: worstpolluted.org

8. DER AMAZONAS-REGENWALD STIRBT IMMER SCHNELLER

Die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes durch Abholzung, Bergbau, Soja- und Rindfleischproduktion ist wohl eines der bekanntesten Beispiele für die Zerstörung unserer Erde. Bis zum Jahr 2030 könnten 60% der Wälder und der Region komplett ausgelöscht bzw. schwer beschädigt sein.

Die Abholzung des Regenwaldes hat vor allem in den letzten eineinhalb Jahren stark zugenommen. Das belegen Daten zweier Institute in Brasilien. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Mato Grosso. Dort stieg die Waldzerstörung nach Analysen des staatlichen Institutes für Weltraumforschung (Inpe) von August 2010 bis April 2011 um 43 Prozent. Zuvor hatte das Institut Imazon ebenfalls unter Berufung auf Satellitenbilder gemeldet, dass in dem für Soja-Anbau bekannten Bundesstaat allein im vorigen April 243 Quadratkilometer Wald abgeholzt worden seien und damit 537 Prozent mehr als im entsprechenden Monat des Vorjahres.

Die Amazonas Wälder produzieren durch Verdunstung zwölf Prozent des fließenden Süßwassers auf der Erde und bieten zehn Prozent aller auf der Welt lebenden Arten eine Heimat – eine Artenvielfalt, die den Menschen immer mehr als Quelle medizinischer Wirkstoffe und technischer Entwicklung (Bionik) dient. Darüber hinaus vermuten internationale Experten, dass Amazonien eine Schlüsselrolle für das Weltklima einnimmt: Allein durch seinen immensen Wasserhaushalt hat das größte Regenwaldgebiet der Welt einen enormen Einfluss auf die Erdatmosphäre. Dessen natürliche Vegetation und ihr Wolkendach schützen vor einer stärkeren Aufheizung unseres Planeten.

Die Zerstörung der Regenwälder mindert nicht nur diesen Kühleffekt, sondern setzt auch in der Biomasse gebundene Treibhausgase frei, die noch zusätzlich zur Erwärmung der Atmosphäre beitragen. Die Menge an Kohlendioxid, die in den Bäumen und dem Boden Amazoniens gebunden ist, entspricht 10 Jahre globaler menschlicher Treibhausgasemission.
Der Amazonas-Regenwald in Brasilien verschwindet vor allem für Rinderzucht und Soja-Anbau.

9. DER NORDPAZIFIKWIRBEL – EINE INSEL AUS PLASTIKMÜLL

Ein schwimmende Insel, auch ‚siebenter Kontinent‘ genannt, bestehend aus 100 m Tonnen Plastikmüll hat sich am Nordpazifikwirbel gebildet und dreht sich im Uhrzeigersinn von Hawai bis nach Japan mit erheblichen Auswirkungen auf marine Ökosysteme.
Dieser „Kontinent“ hat ungenaue Umrisse und eine geschätzte Gesamtfläche von 1,5 bis 3 Millionen km2. Die Dichte des Müllteppichs wird auf etwa 5 kg pro km2 geschätzt, er treibt in einer durchschnittlichen Tiefe von 10 m und man findet Teilchen bis zu einer Tiefe von 30 m.
Die von Schiffen oder vom Festland aus ins Meer gelangten Plastikteile werden von der Strömung erfasst. Dort kommen immer mehr Teile zusammen und sobald sie sich in einem Wirbel befinden, verlassen sie ihn nicht mehr. Angesichts der Meereswirbel ist es sehr wahrscheinlich, dass sich ähnliche Müllteppiche auch im Indischen Ozean sowie im Südatlantik und im Südpazifik befinden.

10. ÖLFÖRDERUNG IN DER ARKTIS

Die an Bodenschätzen reiche Arktis ist eine meist eisbedeckte Land- und Meeresfläche rund um den geografischen Nordpol. Zu dort vorhandenen Rohstoffen zählen Erdöl, Erdgas, Kohle, Eisen, Silber, Gold und Zink.Je stärker der Klimawandel voranschreitet, desto stärker geht das arktische Eis zurück. Wissenschaftler machen die schmelzenden Eismassen in der Arktis große Sorgen, Profitjäger erhoffen sich dadurch den leichteren Zugang zu den Rohstoffen.

Bohrungen in der Tiefsee oder in der Arktis sind für Ölfirmen noch zu gefährlich oder zu teuer. Aufgrund der drohenden Ölknappheit ist in den nächsten Jahren jedoch mit einer deutlichen Zunahme von Ölbohrungen in der Arktis zu rechnen – mit potentiell schwerwiegenden Folgen für die Umwelt. In diesem Fall müssen wir mit Ölkatastrophen in einem Umfang rechnen, wie wir sie noch nicht gesehen haben. Das geförderte Öl heizt zudem das Klima weiter auf und treibt damit die Eisschmelze weiter voran.